Kreuzfahrten – Die perfekte Art zu reisen?
- 29. Aug. 2016
- 5 Min. Lesezeit
Im Mai 2013 durfte ich zum ersten Mal Kreuzfahrtluft schnuppern. In diesem Blogartikel möchte ich euch erzählen, welche Erfahrungen ich auf meiner ersten Kreuzfahrt machen durfte und welche Tipps es für Kreuzfahrt-Neulinge gibt.
Die Idee, auf Kreuzfahrt zu gehen, kam bei mir sehr zufällig und unerwartet: In einem Reisebüro entdeckte ich den MSC Katalog und wurde neugierig. Den ganzen Abend stöberte und rechnete ich, bis ich auf ein Ergebnis kam: Mittelmeerkreuzfahrt auf der MSC Divina. Und es dauerte nicht lange bis die Buchung komplett war.
Schließlich war es dann nach langem Warten so weit: Mit dem Auto ging es früh morgens nach Venedig. Die Lagunenstadt, an die der Hafen westlich angelagert ist, ist mit dem Festland über eine lange Brücke verbunden. Von weitem konnte man schon die zahlreichen Schornsteine sehen. Im Auto herrschte großes Grübeln: „Welcher könnte denn unserer Divina gehören?“
Als wir endlich im Hafen ankamen, wurden wir sofort von der Größe des Schiffes überwältigt. Schnell packten wir die Koffer aus dem Auto und gingen zum Check-In. Die Kofferabgabe, sowie das Einchecken verliefen reibungslos, weshalb wir auch schon nach einer halben Stunde auf dem Schiff waren. Im lichtdurchfluteten und luxuriösen Empfangsbereich wurden wir von der hochwertigen Innenausstattung des Luxusdampfers in Staunen versetzt.
An der Rezeption erzählte man uns, dass das Buffetrestaurant auf Deck 14 zum Empfang geöffnet sei. Deshalb begaben wir uns auch sofort auf die Suche. Doch wie erwartet, ist es auch schon sehr schnell passiert: Wir haben uns auf dem riesigen Schiff verlaufen. Vielleicht hätten wir uns doch mal den Deckplan genauer ansehen sollen? Schließlich fanden wir das riesige Buffetrestaurant. Die Auswahl war sehr groß und vielfältig, die Bedienung sehr freundlich und zuvorkommend. Wir fühlten uns sehr willkommen und genossen unser erstes Essen an Bord mit Ausblick auf Venedig.
Dann ging es auf die Kabine. Um genauer zu sein, auf unsere Balkonkabine auf Deck 10. Das Design der Kabine gefiel uns sehr gut, die Ausstattung war auch toll (Der Fernseher hätte ein bisschen größer sein können... aber im Grunde haben wir diesen auch fast nie genutzt, weshalb es auch nicht sonderlich schlimm war :-) ). Die Bordzeitung lag auch schon auf dem Bett parat und wir konnten uns sofort über das Wetter, die Hafenausfahrt, die Öffnungszeiten der Shops und andere Aktivitäten informieren. Plötzlich: Durchsage – Seenotrettungsübung. Mit unseren Rettungswesten begaben wir uns zum Treffpunkt (im Casino) und hörten uns die Belehrung an.
Schon nach kurzer Zeit stand die Hafenausfahrt an und wir begaben uns (trotz Balkonkabine) an Deck. Time to say goodbye... im wahrsten Sinne des Wortes. Denn während der fantastischen Ausfahrt aus Venedig begleitete uns dieses Lied und verursachte Gänsehautstimmung. Ich persönlich kann nur empfehlen, eine Hafenausfahrt an Deck zu genießen. Im Idealfall sogar im Heck des Schiffes, wo man grundsätzlich den schönsten Ausblick hat.
Wegen der großen Anzahl der Passagiere findet das Abendessen bei MSC in zwei Sitzungen statt. Eine um circa 19:00, die andere etwa um 21:00. Wir hatten die zweite (spätere Sitzung) gewählt und waren zufrieden. Unsere Bedienung war sehr freundlich, zuvorkommend und erlaubte sich auch das ein oder andere Späßchen. Man hat im À-La-Carte Restaurant einen festen Sitzplatz, was meiner Meinung nach eine tolle Sache ist, weil man sich abends die Suche nach einem Tisch erspart.
Die Route allgemein empfand ich als sehr abwechslungsreich. Von Venedig aus brachte und die MSC Divina nach Bari, wo wir keinen Landausflug machten. Das Schiff war dann irgendwie doch interessanter. Bei tollem Wetter genossen wir die Mittelmeersonne an Deck. Die tollen Pools und eine Wasserrutsche sorgten für Abkühlung.

Nächster Halt: Katakolon in Griechenland. Hier machten wir einen gebuchten Ausflug (vom Schiff) nach Olympia. Um diesen Ausflug kurz zusammenzufassen: Einmal sehen reicht... Im Grunde sieht man vor Ort nur ein paar Überreste (Steine), viele Teile Olympias sind nachkonstruiert. Mit dem Bus ging es dann wieder zum Schiff.
Ein neuer Tag, ein neuer Hafen: Die türkische Stadt Izmir begrüßte uns in strahlendem Sonnenlicht. Doch trotzdem blieben wir auch hier an Bord, um das vielfältige Unterhaltungsangebot zu nutzen. Die Vorfreude auf den nächsten Tag war schon sehr groß.
Tag 5 – Istanbul. Die Stadt, die auf zwei Kontinenten liegt. Wir befanden uns an diesem Tag im europäischen Teil der Stadt. Wie auch schon in Griechenland haben wir hier einen Ausflug über MSC gebucht. Das Programm war recht straff: Blaue Moschee, Hagia Sophia und der große Basar. Die Highlights waren definitiv die Besichtigungen der Moscheen mit ihren wundervoll verzierten Kuppeln. An Bord genossen wir dann gegen Abend die wunderschöne Hafenausfahrt und konnten den Tag revue passieren lassen.
Nach einem sehr aktiven Tag in Istanbul kam uns der Seetag sehr gelegen. Leider war das Sonnendeck komplett gesperrt, weil uns starke Winde mit rauer See heimsuchten. Dieser machte sich übrigens auch abends im Restaurant bemerkbar, weil viele Leute auf den Kabinen geblieben sind. Nichts desto trotz machten wir uns einen schönen Tag. So testeten wir zum Beispiel den Formel-1-Simulator, das 4D-Kino und die Bowlingbahn!
Der vorletzte Tag stand an und wir machten uns bereit für unseren letzten Landausflug in Dubrovnik. Wir stiegen in den MSC Bus, der uns inklusive Reiseführer direkt vor der Altstadt auslud. Nachdem uns im dritten Museum die Langeweile gepackt hat, entschieden wir uns dazu die Reisegruppe zu verlassen und uns selbst ein Bild von der Stadt zu machen. Auf die Stadtmauer hat es leider nicht mehr gereicht... nächstes Mal dann ;-) . An dieser Stelle möchte ich euch unbedingt einen Tipp geben: Bucht eure Landausflüge nicht über die Reederei, sondern stellt euren Ausflug selbst zusammen. Auf dem Schiff sind die Ausflugspreise sehr hoch, während den Ausflügen hat man kaum Freiheiten und ist stark an die gesamte Gruppe gebunden. Wenn man einen Ausflug selbst plant, kann man unabhängig entscheiden wie lange man sich wo aufhalten möchte. Zudem spart man auch Kosten.
Am letzten Abend lagen in unserer Kabine die Kofferbändchen für die Ausschiffung bereit. Die Reise ging dann doch schneller vorbei, als erwartet. Am Folgetag war es dann auch schon so weit. Im Theater warteten wir auf die Ausschiffung. Diese erfolgte auch überraschend schnell (in 10 Minuten standen wir mit Koffern auf dem Parkplatz). Hier ein Kompliment an MSC für die schnelle Abwicklung.
Nun habe ich euch ein wenig von meiner ersten Kreuzfahrt berichtet und ziehe ein kurzes Fazit.
In der Überschrift dieses Blogbeitrages steht die Leitfrage, ob eine Kreuzfahrt die perfekte Art zu reisen sei. Meine Antwort dazu: Fast.
Denn dank eines Kreuzfahrtschiffes ist es möglich, jeden Tag einen neuen Ort zu entdecken. Die Bordeinrichtungen versprechen gute Laune und viel Spaß. Man kann rund um die Uhr vorzügliches Essen genießen und das Bordpersonal kümmert sich rührend um die Passagiere. Trotzdem sind die „Landzeiten“ oft recht knapp berechnet, weshalb das Eintauchen in fremde Kulturen fast unmöglich ist. Man kann also eher sagen, dass eine Kreuzfahrt sich sehr gut dazu eignet, viele neue Eindrücke von neuen Orten zu sammeln.
Das Sprichwort „Einmal Kreuzfahrt, immer Kreuzfahrt“ hat sich bei mir bestätigt. Denn schon kurz nach meiner Ankunft zu Hause habe ich die nächste Schiffsreise gebucht. Also worauf wartet ihr noch? Lasst euch auf das Abenteuer Kreuzfahrt ein und schnuppert ein bisschen Seeluft!


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